11. Dezember 2017

Kulturpreis Bayern für Masterarbeit

Stefan Adler (rechts) erhält als bester Absolvent der Technischen Hochschule Nürnberg den Kulturpreis Bayern 2017. Den Preis überreichte Matthias Keller-May vom Bayerischen Rundfunk (links). Quelle: Manuela Steinemann/Bayernwerk AG

Der südliche Ankerblock während der Bauphase im oberen Bereich; die Sandverfüllung erfolgte in den Kästen.

Im November 2017 wurden die Stahlsegmente der Fahrbahn der Hängebrücke vollständig montiert.

Der Nürnberger Bauingenieur Stefan Adler ist am 27. Oktober 2017 im unterfränkischen Veitshöchheim mit dem Kulturpreis Bayern ausgezeichnet worden. Stefan Adler erhält die Auszeichnung als bester Absolvent der Technischen Hochschule (TH) Nürnberg für seine Masterarbeit im Bereich Internationales Bauwesen zum Thema „Bauzeitverkürzung im Brückenbau mit Hilfe eines neuen Verdichtungsverfahrens für Sand“. Diese hatte er während seines Auslandspraktikums für GAUFF Engineering in Mosambik verfasst. Der mit 2.000 Euro und einer Bronzestatue, dem „Gedankenblitz“, dotierte Preis wird jährlich von der Bayernwerk AG und dem Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst verliehen.

Während eines sechsmonatigen Auslandspraktikums bei GAUFF Engineering in Mosambik war Stefan Adler auf der Baustelle der längsten Hängebrücke Afrikas in der Hauptstadt Maputo tätig. „Auf so einer großen Baustelle hatte ich die einmalige Gelegenheit die gesamte Palette des Bauens vertieft kennenzulernen, angefangen von Erdarbeiten über Spezialtiefbau bis hin zu den Vorspannarbeiten bei den großen Brückenpfeilern – eine unglaublich wertvolle Erfahrung“, resümiert Adler.

Die über der Meeresbucht zwischen Maputo und dem südlich gelegenen Katembe errichtete Hängebrücke wird mit Sand gefüllten Verankerungsblöcken gebaut, die wiederum zu den größten weltweit zählen. Damit die Ankerblöcke das Gewicht der Brücke tragen können, muss der Sand entsprechend verdichtet werden.

Die Ankerblöcke sind rund 36 Meter tief im Boden eingebaut und haben einen Durchmesser von etwa 50 Metern. Diesen Hohlraum mit Sand zu füllen und durch Walzen oder Rüttelplatten zu verdichten, wäre sehr zeitintensiv. Deshalb hat Stefan Adler in seiner ausgezeichneten Masterarbeit untersucht, ob der Sand durch Sättigung mit Wasser und einem anschließenden „Sacken-lassen“ nicht schneller verdichtet werden könnte.

„Ich habe technisch nachgewiesen, dass dieses Verfahren auf der Baustelle tatsächlich eingesetzt werden kann“, fasst Stefan Adler seine Forschungsergebnisse zusammen. Mit einem praktischen Effekt: „Bei der Befüllung von Ankerblöcken mit Sand konnte mit diesem Verfahren eine deutliche Bauzeitverkürzung ohne messbare Qualitätseinbußen erzielt werden“, freut sich Kulturpreisträger Adler.

Gemeinsam mit dem bayerischen Kunstministerium verleiht das Bayernwerk seit 2005 den Preis für herausragende Leistungen in Kunst und Wissenschaft. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Bruno Jonas, Gerhard Polt, Sigi Zimmerschied, Frank-Markus Barwasser, Klaus Doldinger und Georg Ringsgwandl.

Auch die Kollegen bei GAUFF Engineering freuen sich mit Stefan Adler über die gewonnene Auszeichnung und gratulieren herzlich zu diesem Erfolg.