09. Oktober 2019

Umgestaltung des Wöhrder Sees in Nürnberg – Beginn der Arbeiten zur Herstellung der aquatischen Durchgängigkeit

Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Nürnbergs Bürgermeister Christian Vogel begutachten eine Visualisierung der geplanten Fischtreppe

Die Planung für die Umgestaltung des Oberen Wöhrder Sees

Das derzeit bestehende Wehr bildet ein unüberwindbares Hindernis für Fische und soll auf einer Breite von 20 Metern abgerissen und durch eine Fischtreppe ersetzt werden

Ein 3D Modell der geplanten ca. 70 m langen Fischaufstiegshilfe

Der Wöhrder See ist ein künstlich geschaffener Stausee, der von der Pegnitz gespeist wird und östlich der Nürnberger Altstadt inmitten des Stadtgebiets liegt. Er dient nicht nur dem Hochwasserschutz, sondern ist ganzjährig ein beliebtes Naherholungsgebiet. Im Zuge einer Neu- und Umgestaltung soll der Hochwasserschutz langfristig gesichert, der See ökologisch aufgewertet und dabei noch attraktiver für Erholungssuchende werden. Darüber hinaus soll die aquatische Durchgängigkeit am Oberen Wöhrder See, die derzeit durch das bestehende Absturzbauwerk am Sandfang im Bereich der Ludwig-Erhard-Brücke unterbrochen ist, wiederhergestellt werden.

Der Startschuss zu diesen Arbeiten wurde am 02.10.2019 vom Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder zusammen mit Nürnbergs Bürgermeister Christian Vogel und dem Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg (WWA), Ulrich Fitzthum, im Rahmen eines kleinen Festakts gegeben. Dabei enthüllten sie auch zwei Informationstafeln, auf denen Passanten Wissenswertes zu den Umgestaltungen und den daraus resultierenden ökologischen Vorteilen nachlesen können.

Die Objektplanung der Ingenieurbauwerke verantwortet GAUFF Engineering im Auftrag des WWA. Diese beinhalten neben der ausführungsreif zu erstellenden Planung auch die vorbereitenden und begleitenden Ingenieurleistungen zur baulichen Umsetzung.

Um den heutigen wasserwirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Zielsetzungen zu entsprechen, soll eine Fischaufstiegsmöglichkeit durch den Bau eines sog. Raugerinne-Beckenpasses geschaffen werden. Dieser neue Fließweg wird durch verschiedene Becken geführt, die naturnah gestaltet werden und den vorherrschenden Fischarten auch bei Niedrigwasser die Passage in beide Richtungen ermöglichen. Hierfür wird das bestehende Wehrbauwerk an der Ludwig-Erhard-Brücke auf einer Breite von rund 20 m abgerissen, um die derzeitige Absturzhöhe von 2,3 m durch eine mäandernde Fließstrecke mit einer Länge von ca. 70 m zu entzerren.

Die wichtige Funktion des Oberen Wöhrder Sees, als bestehender Sandfang, bleibt auch weiterhin erhalten. Durch die baulichen Veränderungen wird ein Zugang zu Gewässerabschnitten geschaffen, die für die Reproduktion und Entwicklung der Fischarten förderlich sind. Dies fördert die biologische Artenvielfalt und insbesondere den Fischbestand in der Pegnitz sowie im Wöhrder See.

Im engen Dialog zwischen dem WWA und GAUFF Engineering erfolgt derzeit die Planung und Ausschreibung der Instandsetzung des Verschlusses im Einlaufbereich des Sandfangs sowie einer Algenablagefläche in der Norikusbucht.

Mit der Realisierung dieser Maßnahmen wird die Wasserwelt Wöhrder See für alle Besucher zukünftig noch attraktiver gestaltet.